Stammaktien

Stammaktien

In Zeiten niedriger Zinsen für klassische Geldanlagen wird der Aktienhandel auch in Deutschland immer beliebter. Eine bedeutende Rolle dabei spielen sogenannte „Stammaktien“. Stammaktien sind die am meisten gekaufte Aktienart am deutschen Aktienmarkt. Hiermit erwerben Anleger nicht nur Firmenanteile, sondern zugleich noch ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Diese Aktien werden auch „Stämme“ genannt und heben sich durch das eingeschlossene Stimmrecht von Vorzugsaktien ab. Weitere Bennungen für diese Aktiengattung sind Stammpriorität, voting share, common stock oder common share. Die gesetzliche Grundlage für den Handel mit Stammaktien sowie deren Ausgestaltung ist in Paragraph 12 des deutschen Aktiengesetztes (AktG) festgehalten. Aktionären wird hier das Stimmrecht eingeräumt. Der Kurs einer Stammaktie kann an der Börse, wo diese gehandelt wird, eingesehen werden. In manchen Fällen werden Stammaktien nicht als Original an die Aktionäre ausgegeben. Der Inhaber erhält stattdessen ein Zertifikat, das den Aktienbesitz verbrieft, meistens bei international gehandelten Aktien. Diese Zertifikate werden wie Aktien behandelt, heißen jedoch zum Beispiel Global Depository Receipt (GDR). Auf Deutsch werden diese Zertifikate auch „Hinterlegungsschein“ genannt. Für große institutionelle Anleger kann es durchaus attraktiv sein, über die Besetzung des Unternehmensvorstands und andere strategische Entscheidungen, wie beispielsweise die Dividendenausschüttung, mitzuentscheiden. Für dieses Stimmrecht kann es sich durchaus lohnen, die monetären Nachteile die dadurch entstehen in Kauf zu nehmen. Stammaktien sind vor allem für Mehrheitseigner gedacht, um Unternehmen weiterhin zielorientiert bewegen zu können.

 

STAMMAKTIEN KÖNNEN FÜR INVESTMENTFONDS ATTRAKTIV SEIN

 

Natürlich versuchen auch Investmentfonds möglichst günstig am Kapitalmarkt einzukaufen. Durch ihre schiere Größe und den dadurch entstehenden Einfluss beim Besitz von Stammaktien, können sie diesen kleinen Kostennachteil aber problemlos ausgleichen. Ihre Investoren werden in den meisten Fällen nichts davon zu spüren bekommen. Durch das Stimmrecht können die großen Investmentgesellschaften die Politik der Unternehmen mitbestimmen und deren Marschroute zu ihren Gunsten beeinflussen. Ob das immer für alle Anleger die beste Lösung ist, bleibt aber unklar.

Ein alter Börsianer kann alles verlieren, nur nicht seine Erfahrung. (André Kostolany)