ADR (American Despository Receipt)

ADR (American Despository Receipt)

American Despository Receipt (ADR) verbrieft ein Anrecht auf eine Aktie oder einen Bruchteil einer Aktie. ADR´s sind demnach keine Aktien, sondern lediglich Finanzprodukte, genauer gesagt handelt es sich dabei um Zertifikate. ADR´s werden vom US-amerikanischen Kreditinstituten ausgestellt, damit auch ausländische Unternehmen direkt an der inländischen Börse gehandelt werden können. Stellvertretend kann hier zum Beispiel der chinesische Konzern Alibaba genannt werden. Dies hat nun für Alibaba den Vorteil, dass es sich nicht dem vollständigen Zulassungsverfahren unterziehen muss, welches bei einer regulären Börsennotierung nötig wäre. Im Fall von Alibaba ist hinzuzufügen, dass sich die chinesische Regierung damit schwertut, Ausländern den Aktienerwerb bestimmter chinesischer Konzerne zu ermöglichen. Hier spielen mit Sicherheit geostrategische Interessen eine große Rolle, jedoch kann es auch andere Gründe für die Erschaffung solcher ADR´s geben.

 

Seit Anfang Juli 2019 erteilt die EU der Schweiz keine Börsenäquivalenz. Mit dieser war es in der Vergangenheit möglich, dass alle Handelsakteure sowohl in der EU, als auch in der Schweiz sämtliche Schweizer Aktien handeln konnten. In diesem Fall finden diese ADR´s als Alternative zu Aktien ebenfalls Anwendung.

 

Aber Achtung! Es bestehen hier mehrere Risiken. Da es sich beim ADR ja nur um ein verbrieftes Anrecht einer Aktie handelt, musst du darauf vertrauen, dass das ausstellende Kreditinstitut die zugehörigen Originalaktien auch tatsächlich ausliefern kann. Dies kann zum Beispiel schwierig sein, wenn das Kreditinstitut mehr ADR´s ausgibt, als tatsächlich an Originalaktien hinterlegt sind (Abwicklungsrisiko). ADR werden zudem nicht in den Heimatwährungen des Unternehmens gehandelt, das kann unter Umständen zu Währungsverlusten führen. Bei Dividenden bestehen ebenfalls Nachteile, da das ausstellende Kreditinstitut bei Ausschüttungen einen Teil als Gebühren einbehält.

Wenn eine Aktie beziehungsweise ein Schwellenland im Trend liegt, kommt es nicht selten vor, dass die ADR´s gegenüber den Originalaktien mit einem deutlichen Aufpreis gehandelt werden. Aufgelder von rund zehn Prozent sind oft die Regel, je nach Marktlage können es sogar 30 Prozent und mehr sein.

Börsengewinne sind Schmerzensgelder.
Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.
(André Kostolany)